Ihre Fragen

Ihre Fragen rund um Theraplay

Wo gibt es eine Theraplay-Therapeutin in meiner Nähe?

Sie finden in der 
Liste der Theraplay-Therapeuten

die Namen und Anschriften der Theraplay-TherapeutInnen, die Sie ansprechen können, nach Postleitzahlen geordnet. Die nicht aufgeführten Kolleginnen arbeiten in Institutionen, die keine Kinder von außen behandeln können.  


Arbeiten mehr Theraplay-Therapeutinnen in Institutionen oder sind sie eher in Praxen zu finden?

Zur Zeit sind ungefähr die Hälfte der Theraplay-Therapeutinnen in Institutionen beschäftigt, die andere Hälfte arbeitet niedergelassen in Praxen.

 
Bezahlt die Krankenkasse oder Krankenversicherung die Behandlung?
Wenn Logopädinnen oder Ergotherapeutinnen einen Vertrag mit den Krankenkassen haben und Theraplay anwenden, dann rechnen sie mit ihrem normalen Satz ab. Wird eine zweite Therapeutin gebraucht, so kann manchmal mit der Krankenkasse über einen Sondervertrag für diese Therapie verhandelt werden. Meist  sind es die Krankenkassen, die schon gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Theraplay gemacht haben, die solch einem Vertrag zustimmen.
Fragen Sie im Zweifelsfall Ihre Theraplay-Therapeutin oder ihre Krankenkasse.


Wenn es mit der Krankenkasse nicht klappt, kann ich eine Theraplay-Therapie selbst bezahlen?

Im Prinzip können Sie mit der Therapeutin einen Privatvertrag machen und die Theraplay-Therapie selbst zahlen. Wieviel eine Sitzung kostet, kann unterschiedlich sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Fragen Sie einfach bei der Therapeutin nach.


Wie kann ich eine Verordnung / ein Rezept für mein Kind bekommen?

Eine ärztlich verordnete logopädische Behandlung ist als Heilmittel Teil der medizini­schen Grundversor­gung. Gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind von Zuzahlun­gen befreit. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres schreiben die gesetzlichen Krankenkassen ei­nen Eigenanteil von 10 Euro sowie 10% des Rezeptwertes pro ärztlicher Verord­nung vor.

Folgende Ärzte können und dürfen eine Verordnung für eine logopädische Behandlung ausstellen:

  • Kinderärzte
  • Phoniater und Pädaudiologen
  • HNO Ärzte
  • Internisten
  • Zahnärzte
  • Kieferorthopäden
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Neurologen
  • Allgemeinmediziner


Wie weiß ich, ob Theraplay meinem Kind gut tut?

Das können Sie am besten herausfinden, wenn Sie Ihr Kind einer Theraplay-Therapeutin vorstellen und die Frage mit ihr besprechen. Sie weiß, bei welchen Kindern Theraplay eher wirkt und bei welchen vielleicht eine andere Therapiemethode günstiger wäre.



Braucht mein Kind Einzel- oder Gruppen-Theraplay?

„Einzel- bzw. Familientheraplay kann man als „Basis“ bezeichnen. Eine Grundlage für ihr Kind. In diesem Setting, bei diesem Miteinander erfährt ihr Kind seine Stärken, sein Selbst. Es erlebt sich als „Mittelpunkt der Welt“, alles dreht sich um ihr Kind, mit dem Ziel, ihm eine geglückte Kommunikation zu ermöglichen. Dazu nimmt die Therapeutin liebevoll und beharrlich Kontakt zu ihm auf, folgt immer wieder seinen Interessen, verändert sie, führt sie weiter und ist dem Kind körperlich, emotional und geistig sehr nah. Es lernt sich kennen, es erfährt das ICH, das DU und ein Spiel/eine Handlung (Fachleute nennen das Triangulation). Es ist Voraussetzung für jedes lernen, handeln, erfahren.
Ein Beispiel anhand des Spiels ‚Zeitungszauber‘ soll das verdeutlichen: Das Kind versteht (egal ob über Sprache oder durch die Handlung) „ich muss eine Faust machen“, es wird darin unterstützt zu warten, bis sein Vater das Kommando gibt: „LOS!“ Dann darf das Kind mit der Faust das Zeitungspapier, das die Therapeutin ausgebreitet vor dem Kind hält, durchboxen. Jede Handlung des Kindes kann vom Vater mitgeführt und unterstützt werden. Das Kind erhält eine Vorstellung von der Handlung, es kann (vielleicht auch nur mit Hilfe) das Kommando kurz abwarten und freut sich gemeinsam mit dem Vater und der Therapeutin über das Ergebnis des Durchhauens, also dem so besonders geformten Papier. Es lernt den Zusammenhang der Handlung zu erfassen, erfährt den Handlungsablauf und ist motiviert es gleich noch mal zu machen. Dadurch erlebt es seine Selbstwirksamkeit (ich kann etwas bewirken) und kann die Handlungsschritte: Zeitung wird hochgehalten, Kind macht Faust, Kommando kommt, zielgerichtet boxen, sich über den Effekt freuen, nachvollziehen.

Kann ihr Kind solche Handlungsschritte ohne große Hilfe eines Erwachsenen einhalten, hat aber wenige Ideen wie es mit Gleichaltrigen spielen soll, dann ist Gruppen-Theraplay das richtige. Hier kann ihr Kind erfahren, wie mit einfachen Spielen eine glückliche Interaktion (ein Miteinander spielen und lachen) gelingen kann. Am Beispiel „Zeitungszauber“ wäre das dann so: ihr Kind hat einmal die Rolle des „Boxers“, einmal des Zeitungshalters und die des Kommandogebers. Es lernt, flexibel in alle Rollen zu schlüpfen und erfährt Unterschiede in der Umsetzung des Spiels. Dieser Prozess wird von der Therapeutin engmaschig begleitet, verlangt aber vom Kind eine gewisse Selbsttätigkeit. Es muss alleine eine Faust machen können, ein bisschen abwarten können und vor allem sollte es den Spaß an diesem Spiel verstehen. Kann das ihr Kind noch nicht, ist Einzel-Theraplay wichtig!
Gruppen-Theraplay stellt somit ein „Lager“ auf seinem Weg zum „Gipfel“ (das kooperative Spiel) dar. Die Basis: der Wunsch zum gemeinsamen Spiel (innere, d.h. intrinsische Motivation), das Wahrnehmen und Imitieren des Gegenübers muss gegeben sein, das Triangulieren (ICH-DU-GEGENSTAND-SPIEL) darf nicht schwer sein. Dann kann das „1. Lager“, das Spiel in einer Kleinstgruppe (Kind, Geschwister, Eltern, Therapeutin) gelingen. Danach können mehrere „Lager“ folgen (kleine Kindergruppe mit mehreren Erwachsenen, Kindergruppe nur mit einer Therapeutin), das hängt aber von äußeren Bedingungen ab und sollte ganz individuell gestaltet werden.

 

Welche Aufgaben habe ich als Elternteil in der Therapie?

Die Bezugspersonen können sehr wichtig sein in der Therapie. Sie kennen das Kind genau und das Kind kennt sie sehr gut. Ist sie nervös oder unsicher, reagiert das Kind meist auch so. Ist sie ruhig und vertrauensvoll, so kann sich das Kind auch leichter entspannen. Daher besteht die wichtige Aufgabe darin, gut auf sich selbst aufzupassen und die Theraplay-Therapeutin anzusprechen oder anzurufen, wenn Sie als Bezugsperson sich Sorgen oder Gedanken machen.
In der Therapie selbst können Sie sich entspannen und sich mit dem Kind und der Therapeutin freuen, amüsieren, staunen, lachen, wundern und Sie können immer mal wieder mitmachen in den Spielen. Ihre wichtige Aufgabe ist, für ihr Kind da zu sein. Ihm zu zeigen, dass Sie es mögen, indem sie es umarmen, küssen oder wie immer Sie ihre guten Gefühle ausdrücken wollen. Die Leitung der Stunde hat die Theraplay-Therapeutin, das heißt, Sie müssen sich nicht verantwortlich fühlen, ob das Kind mitmacht, ob es heftige Gefühle zeigt, ob es redet oder nicht - dafür ist die Therapeutin da. Sie können diese Zeit einfach genießen, müssen nicht streng sein, müssen nicht ermahnen, Versprechen abgeben, schimpfen, das Kind zu irgendwas auffordern. Klar, dass es manchmal schwierig ist, die Regie abzugeben. Wenn Sie Zweifel haben an dem, was die Therapeutin macht und sagt, dann machen Sie mit ihr einen Termin für ein Gespräch aus und besprechen es da. So können Sie austauschen und gemeinsam überlegen, wie Sie weiter gehen wollen. 

Wenn Sie sich eine solche Mitbeteiligung noch plastischer vorstellen möchten, können Sie hier den Artikel lesen: Mama macht mit (LINK, Matthias!)    

Wer kann Theraplay Kurse besuchen? Wer kann die Ausbildung machen?

Grundsätzlich kann jede/r die Kurse besuchen, ob das Therapeutinnen (z.B. Sprachtherapeutinnen, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen, Psychologinnen, Mototherapeutinnen, Heilpädagogen), Eltern, Lehrer, Erzieherinnen, Betreuerinnen oder auch Ärzte sind.
Die Ausbildung zur/zum Theraplay-Therapeuten/in, die mit der Lizenz endet, kann nur durchgeführt werden, wenn die Möglichkeit besteht, Kinder zu behandeln. Denn zur Ausbildung gehören nicht nur Kurse, sondern auch supervidierte Behandlungen und eine Abschluss-Prüfung.  (Mehr Informationen zur Ausbildung beim Punkt „Kurse“ auf der
Webseite des Theraplay Institut

 

Wie kann ich mich noch intensiver über Theraplay informieren als hier über die Webseite?

Zur Information stehen schriftliche Medien zur Verfügung und mündliche.
Zu den schriftlichen:
Das englischsprachige Buch über Theraplay von Jernberg/Booth ist im Jossey-Bass Verlag in San Francisco in der 3. Auflage erschienen.
Die deutsche Übersetzung der 1. Auflage dieses Buchs ist leider vergriffen, manchmal kann man es antiquarisch noch erwerben.
Seit vielen Jahren erscheint eine Zeitschrift mit dem Grundthema ‚Theraplay‘, die anfangs Theraplay Journal hieß, dann in ‚Schwierige Kinder – verstehen und helfen‘ umbenannt wurde (LINK). Darin erhalten Sie viele Informationen zu den unterschiedlichsten Aspekten von Theraplay, oft in Form von Falldarstellungen. Interessiert Sie ein bestimmtes Thema, so können Sie sich über das Stichwortverzeichnis (LinK)heraussuchen, welches Heft für Sie in Frage kommt. Das können Sie dann über das Bestellformular bestellen.
Intensiver und vor allem persönlicher können Sie sich informieren, indem Sie an einem Einführungskurs teilnehmen oder eine Theraplay Therapeutin zu einem Vortrag in Ihrem Heimatort einladen. Manchmal lässt es sich auch machen, dass Sie hospitieren bei einer Behandlung. Fragen Sie deshalb eine Ihnen bekannte (oder Ihnen von Ulrike Franke genannte) Theraplay-Therapeutin.
Wenn Sie Interesse an visuellen Medien haben, dann schauen Sie nach DVDs und der CD beim Theraplay-Shop (LINK).

Informationen rund um Theraplay finden Sie in den Veröffentlichungen des Verlags des Theraplay Institut